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Shady, Café, Restaurant

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Barkeeper aus Leidenschaft

Von Nazareth nach Leipzig: Shady Elwan eröffnet sein eigenes Restaurant in der Südvorstadt

Seine schwarzen Locken glänzen, die dunklen Augen blitzen munter. In der Leipziger Gastro-Szene ist Shady Elwan ein bekanntes Gesicht. Vor zehn Jahren, mit 19, kam er direkt aus Nazareth in Galiläa nach Leipzig. Er kannte keinen, sprach kein Deutsch und fühlte sich erstmal nur fremd. Doch das änderte sich schnell. Parallel zu den Deutschkursen jobbte der Student auf dem Bau. »Damit kannte ich mich aus. Mein Vater hatte zu Hause ein Bauunternehmen«, erinnert er sich. Ansonsten ist seine ganze Familie in der Gastronomie und im Tourismus aktiv. »Ich habe manchmal bei Hochzeiten mit 1.000 Gästen geholfen! Alle waren dabei«, schwärmt Shady Elwan.

Mit diesen Erfahrungen im Gepäck war »der Weg vorbestimmt. So etwas lässt sich nicht unterdrücken«, ist er sich heute sicher. Und so landete Shady im Sommer 1998 in der Küche des Restaurants Barcelona auf der Gottschedstraße. Lange hielt es der kommunikative Typ aber nicht allein am Herd aus. Ein Straßenfest war die Gelegenheit, in den Service zu wechseln und bald hinter den Tresen an die Bar. Cocktails mixen, den Laden mit organisieren, die Gäste ansprechen. Nebenbei studierte er weiter Sozialpädagogik und das Leben und reiste durch die Welt. Ob in Japan, Portugal oder Rio de Janeiro – immer und überall schreibt Elwan auf, was es zu essen gibt.

Eine klassische Kochausbildung hat er nie absolviert. Sein Sinn für kreatives Kochen erwies sich als gute Basis. Und dieses Learning by doing zwang ihn zum Experimentieren. »So geht man auch immer mal ein Risiko ein. Gefühl ist beim Kochen doch ganz wichtig«, findet er und erwähnt ganz nebenbei sein Faible für orientalische Gewürze wie Zimt, Salbei, Kardamom oder Minze. Das hat er vom Opa. Mit ihm ging er früher auf die Suche. Da hat er gelernt, welche harmonieren und welche nicht, wie sie dosiert werden und wie sie wirken.

Was Shady Elwan kann, erleben die Gäste seit 2002 in Stefan Franciks Lucca-Bar. Seine Cocktails sind witzig, seine Bufetts exzellent, nicht nur bunt aufgebaut, sondern klug kombiniert. Da passt selbst die Musik zum kulinarischen Programm. 2002 war überhaupt so ein Jahr für ihn. Ende August hat er im Barcelona aufgehört, Anfang September geheiratet (eine Leipzigerin) und Ende des Monats in der Lucca-Bar angefangen.

Portrait von Shady

Wovon er träumt? »Ich möchte ein eigenes Restaurant aufmachen, eins, das den Bogen über den gesamten Mittelmeerraum spannt.« Inzwischen spricht Shady neben Arabisch, Hebräisch und Englisch auch Deutsch, Spanisch, Italienisch und Portugiesisch. Seine Magisterarbeit als Sozialpädagoge schrieb er übrigens über die Integration von Arabern in Leipzig.

Das gastronomische Konzept steht, die Räume sind gefunden. Wenn alles klappt, will er noch im Sommer in der Konradstraße »kochen, kellnern, Cocktails mixen und mit den Gästen reden«. Im Shady. Wir dürfen gespannt sein.

PETRA MEWES
Kreuzer, Leipzig Tag & Nacht
2005/06

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